Hochbegabungsfördernde Schule

„Es gibt kein größeres Unrecht, als die gleiche Behandlung von Ungleichen.“          (Thomas Jefferson)

Ziel der Bildungs- und Erziehungsarbeit am Graf-Stauffenberg-Gymnasium ist es, unsere Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zu selbstständigen, sozial handelnden Persönlichkeiten bestmöglich zu unterstützen und die Verantwortung jedes Einzelnen für das eigene Lernen bis zum Abitur zu stärken. Daher stellen wir uns der Herausforderung, allen Schülerinnen und Schülern und ihren individuellen Anforderungen durch gezielte Fördermaßnahmen gerecht zu werden und das bedeutet auch, besonders begabten Kindern und/ oder hochleistenden Kindern Angebote zu machen. Seit 2010 trägt das Graf-Stauffenberg-Gymnasium deshalb das Gütesiegel Hochbegabung.

Regionales Netzwerk und Pull-Out-Tage

Das Graf-Stauffenberg-Gymnasium ist Teil eines Netzwerks Begabtenförderung in einem Zusammenschluss mit zwei weiteren benachbarten Schulen (der Main-Taunus-Schule in Hofheim und dem Neuen Gymnasium in Rüsselsheim).

Die „Pull-Out-Tage“ finden für die Mittelstufe zweimal im Jahr am Graf-Stauffenberg-Gymnasium oder an einer der Partnerschulen statt, die für die Inhalte und die Organisation des jeweiligen Projekttages verantwortlich sind. Die Tage haben i.d.R. Workshop-Charakter, es kann aber auch einmal ein Ausflug sein (etwa ins Historische Museum Frankfurt zur Ausstellung „100 Jahre Frauenwahlrecht“). Die Teilnehmenden haben sich an den letzten Pull-Out-Tagen u.a. mit folgenden Themen beschäftigt und sich ausprobiert: Einblicke in die arabische Sprache, Origami, Swingtanz zur Zeit des Dritten Reiches, Parcours, Debattierclub, Hate-Speech in sozialen Netzwerken, Yoga, Optik…

Für die Oberstufe gibt es Pull-Out-Angebote in Kooperation mit dem Neuen Gymnasium Rüsselsheim, die einen oder zwei Tage umfassen. Je nach Interesse können sich die Jugendlichen dafür anmelden. Im ersten Halbjahr 2018/19 liefen beispielsweise zwei zweitägige Kurse zu Internetsicherheit und Kreatives Schreiben mit anschließender performativer Lesung.

Das Ziel dieser Tage ist, besonders begabten und leistungsstarken Schülerinnen und Schülern Gelegenheit zu geben, gemeinsam an Projekten zu arbeiten, zu motivieren, für neue Themen zu interessieren und ähnlich begabte Kinder und Jugendliche anderer Schulen kennenzulernen. Diese Tage verstehen wir als Bonbon für unsere besonders begabten Kinder.

Förderungsangebote an der Schule

Die kontinuierliche Förderung findet im Unterricht oder in schulischen Angeboten statt, so sind etwa die Möglichkeit in 8 Jahren zum Abitur zu gelangen oder die „Finnlandklasse“ für besonders begabte SchülerInnen gedacht. Wir streben an, Binnendifferenzierung im Regelunterricht umzusetzen und so Anreize für Kinder mit größerem Wissensdurst zu stillen.

Das reiche AG-Angebot, der besonders ausgebaute MINT-Bereich und der Musikschwerpunkt unserer Schule sind Felder, in denen sich besonders begabte Kinder über den Unterricht hinaus ausprobieren und verausgaben können.

Last not least gibt es das Angebot des Lerncoachings und der Beratung für Kinder und Jugendliche, die ihre Lernstrategien verbessern oder an ihrer Motivation für die Schule arbeiten wollen. Dies ist insbesondere ein Angebot für Underachiever oder für

Hochbegabte, die bislang noch keine Lernstrategien benötigten, weil sie dies mit ihrem Intellekt ausgleichen konnten und nun merken, dass ihr bisheriges Vorgehen nicht ausreicht.

Leistung macht Schule (LemaS)

Das Graf-Stauffenberg-Gymnasium ist seit 2018 eine von 300 Projektschulen in Deutschland (21 Schulen in Hessen), die an der Initiative „Leistung macht Schule“ teilnehmen. Dieses Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Kultusministerkonferenz ins Leben gerufen und zielt darauf ab, für leistungsstarke und potenziell besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler optimale Lernbedingungen zu schaffen, um ihre Potenziale zu verwirklichen und ihre Persönlichkeit zu entfalten.

Das Graf-Stauffenberg Gymnasium gehört zur LemaS-Projektgruppe Süd, gemeinsam mit dem Neuen Gymnasium in Rüsselsheim, der Grundschule am Weilbach, der Astrid-Lindgren-Schule in Hochheim und der Albert-Schweitzer-Schule in Hattersheim.

Die Schulen entwickeln Konzepte für den Fachunterricht, die in der täglichen Unterrichtspraxis genutzt werden können und insbesondere interessegeleitetes und selbstregulierendes Lernen ermöglichen. Dabei werden wir von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterstützt; 16 Universitäten sind in dieses Projekt, das 10 Jahre Laufzeit umfasst, eingebunden.

Das wissenschaftlich begleitete Hauptprojekt unserer Schule liegt im Bereich der Förderung sprachlicher Rhetorik und ist zunächst hauptsächlich im Deutschunterricht angesiedelt. Es geht um die Sensibilisierung der Lehrpersonen und dann der Lernenden für die Wahrnehmung kommunikativer Prozesse und sprachlicher Handlungen und um die Entwicklung von Förderkonzepten für den Regelunterricht in Bereichen des Argumentierens, des Zuhören und des Präsentierens.

Ansprechpartnerin: Frau Dr. Stefanie Rieger-Goertz: rieger-goertz(at)web.de